Wie kann man die Abläufe am Nadelöhr Laderampe verbessern?

Wie kann man die Abläufe am Nadelöhr Laderampe verbessern?

Trucker kennen die Situation aus eigener Erfahrung. Staus spielen sich in Deutschland nicht nur auf den Autobahnen, sondern auch vor den Laderampen ab. Quälend langsam schiebt sich die schier endlose Schlange an Fahrzeugen voran, bis man endlich selbst an der Reihe ist zu be- oder zu entladen. Das sorgt für gewaltige Verzögerungen in der Lieferkette. Die Probleme bei der Abfertigung sorgen in allen Branchen für Schwierigkeiten.

Die Kosten, die dadurch entstehen sind beträchtlich und treffen vor allem die Transportunternehmer, die ohnehin mit steigenden Aufwendungen in allen Bereichen zu kämpfen haben. Je besser die Fahrzeuge disponiert werden können, desto wettbewerbsfähiger ist ein Logistiker. Steht der LKW-Fahrer allerdings untätig vor der Laderampe, können Fahrzeiten und Liefertermine nicht mehr eingehalten werden. Es besteht die Gefahr von Umsatz- und Kundenverlusten, daher sollte alles unternommen werden, um diese Probleme gar nicht erst aufkommen zu lassen oder gar zu beseitigen.

Die Gründe für die Misere werden von den Truckern klar benannt. Es gibt einfach zu wenig Personal, zu wenige Tore und zu wenige Parkplätze. Der Informationsfluss funktioniert nicht richtig, daher stehen zu Stoßzeiten zu wenige Abfertigungsmöglichkeiten zur Verfügung. Dazu kommen noch unflexible Arbeits- und Rampenzeiten bei den Warenempfängern. Dieses Gemenge führt erst zu dem Problem. Als wäre das noch nicht genug, wird auch noch die Mithilfe der Trucker vorausgesetzt.

Unterschiede je nach Branche

Interessant ist, dass es durchaus unterschiedliche Wartezeiten je Branche gibt. Während es im Lebensmittel- und Konsumgüterhandel oft lange Stand- und Wartezeiten gibt, hat die Autoindustrie längst Konzepte entwickelt, um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten. Fast 75 % der Trucker sind von dem Problem betroffen. Sie warten zumindest 30 Minuten auf die Abfertigung, wie Untersuchungen gezeigt haben. Fast die Hälfte der Betroffenen wartet gar eine Stunde. Mehr als zehn Prozent müssen eine Standzeit von bis zu zwei Stunden in Kauf nehmen, bevor sie weiterfahren können. Das ist umso ärgerlicher, als dass gerade die Logistikbranche zahlreiche arbeitsrechtliche Vorschriften einhalten muss und daher in einem engen Zeitrahmen operiert. Dazu zählen nicht nur Ruhezeiten, sondern auch Lenk- und Arbeitszeitvorschriften. Der Bundesverband Güterkraftverkehr, Logistik und Entsorgung gibt daher folgende Tipps, um die Abläufe an der Laderampe zu verbessern.

Eine Vielzahl an Maßnahmen ist notwendig

Zunächst sollten die Abfertigungsbedingungen bereits in die Vertragsverhandlungen mit dem Auftraggeber einfließen. So sind diese von vorneherein festgelegt und es kann im Nachhinein keine Streitereien geben. Sanitäre Einrichtungen und Sozialräume könnten die Situation vor Ort entschärfen. Die Lager sind vielfach auf den Warenausgang, aber nicht auf den Wareneingang ausgerichtet. Hier sollten bauliche Verbesserungen vorgenommen werden. Qualifiziertes Personal und eine wertschätzende Kommunikation auf beiden Seiten würde die zahlreichen verbalen Konflikte auf beiden Seiten verringern.

Zusammenfassend kann man sagen, dass es an einem mangelhaften Zusammenspiel aller Beteiligten krankt. Eine mögliche Lösung könnte der Einsatz von Internet-gesteuerten Zeitfenstern an den Laderampen sein. Doch auch dieses Modell hat seine Tücken. Schließlich können Verkehrsprobleme die Ankunft verzögern. Wie man sieht, gibt es offenbar kein Allheilmittel für das Problem. Eine verstärkte Abstimmung und Kommunikation zwischen allen Beteiligten könnte allerdings schon einige Schwierigkeiten lösen.

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