Die Industrie forscht zum Thema Umweltschutz

Der Verkehr auf den Straßen

Der Verkehr auf den Straßen wird gerne für die Umweltverschmutzung mit verantwortlich gemacht. Gerade die Logistik, die für die Versorgung mit Lebensmitteln und Gütern sorgt, steht hier im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Doch man tut der Branche unrecht, schließlich wird auch hier fieberhaft an umweltfreundlichen Lösungen geforscht. Bestes Beispiel dafür sind Renault Trucks und Indra Automobile Recycling. Die beiden bauen gemeinsam ein Netzwerk für die Weiterverwendung der Teile von LKWs und Recycling auf.

Hersteller und Recycling Spezialist tun sich zusammen

Renault Trucks setzt auf den Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft und möchte dieses Vorhaben gemeinsam mit dem kompetenten Partner umsetzen. Beide Unternehmen stützen sich dabei auf eine gemeinsame Studie. Diese lief rund ein Jahr lang, ihre Ergebnisse wurden im Herbst des Vorjahres von der ADEME, der französischen Agentur für Umwelt und Energiemanagement, der Öffentlichkeit vorgestellt. Infolgedessen unterzeichneten der Präsident von Renault Trucks und der Generaldirektor von Indra Automobile Recycling eine Absichtserklärung. Diese legten die Bedingungen der Kooperation des LKW-Herstellers mit dem Spezialisten für Kfz-Recycling fest. Ziel ist die Schaffung eines neuen Systems für die Verwertung von LKW-Teilen. Diese Vereinbarung setzt den Schlusspunkt unter die Studie und die daraus abgeleiteten Schlussfolgerungen. Unterstützt wurden die Partner dabei von der französischen Agentur für Umwelt und Energiemanagement ADEME und von Indra CIDER Engineering.

Wie kann man die Wiederverwertung gestalten?

Ziel der gemeinsamen Arbeit war es eine Möglichkeit zu finden, eine Wiederverwertung von LKW-Teilen wirtschaftlich sinnvoll aufzusetzen. Dazu wurden der Markt, die Vertriebssysteme und die verschiedenen Methoden zur Demontage der Teile analysiert. Aus den Ergebnissen wird man nun die entsprechenden Schlussfolgerungen ziehen, die gemeinsam mit der Agentur für Umwelt und Energiemanagement im Oktober 2020 der Öffentlichkeit vorgestellt werden sollen. Die ersten Versuche dazu beginnen bereits jetzt. Ab Juli dieses Jahres machen sich die beiden Partner auf, die Wiederverwertung anhand von 15 LKWs zu testen. Dazu werden die Fahrzeuge in insgesamt fünf Zentren von Indra zerlegt und gelistet. Danach gelangen sie in den Verkauf. Der Rest der LKWs soll anschließend recycelt werden.

Nach dem Testballon gelangen mehrere hunderte Fahrzeuge in diesen Kreislauf und werden demontiert und wiederverwertet. Damit leitet der Truck-Hersteller seinen Beitrag zu einer gesünderen Umwelt. Schließlich fand gerade erst im April dieses Jahres der Tag der Erde statt. Dabei nehmen weltweit bis zu einer Milliarde Menschen und unzählige Unternehmen in kleineren Aktionen teil und suchten Lösungen zum Thema Recycling. Dieser Tag der Erde wird auch von Unternehmen unterstützt, die man bei dieser Thematik nicht sofort auf dem Radar hätte. So hat sich auch die Eigentümer des PokerStars, Playster und viele andere dazu entschlossen seinen Beitrag für weniger Platstikmüll auf dem Planten zu leisten. Mit Renault Trucks steigt ein großer und wichtiger Anbieter von Fahrzeugen in das Recycling ein und kann mit seiner Studie und deren Umsetzung als Vorbild dienen.

Mit Wasserstoff in eine gesündere Zukunft

Einen anderen Ansatz zum Umweltschutz hat der Truck-Hersteller Nikola Motors aus Phoenix gewählt. Er setzt ganz auf Wasserstoff als zukünftigen Antrieb. Das klingt auf den ersten Blick ziemlich gut. Wer möchte nicht nach einem einzigen Tankstopp hunderte Kilometer weit fahren und dabei nur Wasser durch den Auspuff ausstoßen? Das ist allerdings bei gewöhnlichen Fahrzeugen derzeit noch nicht sehr effizient umzusetzen. Ganz anders sieht es da schon bei Trucks aus. Das möchte der US-Hersteller Phoenix realisieren. Er nutzt dazu eine Antriebstechnik der Firma Bosch aus Stuttgart. Das Modell mit dem Namen Nikola Two hat 1.000 PS und eine Reichweite von 1.900 Kilometern. Diese Lösung könnte den Startschuss für eine ganze Reihe von Wasserstoff-Innovationen bedeuten.

Denn nicht nur Bosch ist hier führend, auch andere Hersteller haben ihre Liebe zu Wasserstoff-Brennzellen entdeckt. Daimler interessiert sich ebenso für das Thema, wie der Hersteller Volvo. Sie wollen ebenfalls die Technologie bei großen Fahrzeugen, wie Trucks und Bussen, zukünftig einsetzen. Einen Schritt weiter geht der Hersteller Alstrom. Dieser hat bereits einen Wasserstoffzug entwickelt. Der soll, wenn es nach den Erbauern geht, ab dem Jahr 2022 die vorhandenen Dieselzüge in Niedersachsen ersetzen. Selbst Schiffe und Flugzeuge könnten in Zukunft mit synthetischen Treibstoffen, die mit Wasserstoff produziert wurden, unterwegs sein.

Indra Automobile Recycling

Die Industrie denkt um

Brennstoffzellenheizungen erzeugen nicht nur Strom, sondern auch Wärme. Daher drängt sich das Heizen mit Wasserstoff geradezu auf. Diese Heizungen haben einen Wirkungsgrad von 90 Prozent und sind damit deutlich effizienter als beispielsweise Gasheizungen. Gleichzeitig sinkt der Klimagasausstoß um 70 Prozent. Selbst die Stahlherstellung könnte von grünem Wasserstoff profitieren. Die Industrie möchte ihren Klimagasausstoß um 95 Prozente verringern. Damit so ein ambitioniertes Ziel möglich gemacht werden kann, setzen die Unternehmen auf neue Technologien.

Die Firma Salzgitter Flachstahl hat im Mai dieses Jahres den Bau von insgesamt sieben Windrädern und einer Elektrolyseanlage gestartet. Der dabei erzeugte Wasserstoff soll dem Unternehmen helfen seine Stahlerzeugung zukünftig umweltfreundlicher zu gestalten. Auch die Firmen Thyssenkrupp und ArcelorMittal arbeiten bereits an ähnlichen Projekten. Die gesamte Industrie wird nach eigenen Angaben 30 Milliarden Euro in diese Umstellung investieren. Das beweist, dass auch in Deutschland ein großer Umbruch in Gang gekommen ist. Die intensive Forschung fördert immer neue Technologien zutage, die helfen können die Umwelt in Zukunft vermehrt zu schützen.

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